TSV Stallwang erweitert mit Erste-Hilfe-Kurs sein Angebot

„Das hat sich voll rentiert!“ Dieses Fazit und ähnlich positive Resümes zogen die Teilnehmer des Erste-Hilfe-Kurses der Präventionssportgruppe des TSV Stallwang.
Der TSV bietet schon seit einigen Jahren Präventions-, also Gesundheitssport für alle an und erfreut sich dabei eines großen Zulaufs. Die „Montagsturner“ sind ab Ende Oktober in der sehr ansprechend renovierten Turnhalle in Stallwang aktiv und erreichen bis in den März hinein eine Fitness, die zur Selbstzufriedenheit aller Teilnehmer führt. Nun ging der TSV einen weiteren Präventionsschritt und bot in Zusammenarbeit mit dem BRK-Kreisverband Straubing-Bogen den Kurs „Fit in Erster Hilfe“ an. Unter der Anleitung von Martin Schmauser und Günter Hecht absolvierten die Teilnehmer einen äußerst spannenden und lehrreichen Übungsabend, bei dem der nötige Spaß nicht zu kurz kam. Besonders gut beurteilten sie das Angebot, intensiv üben zu können, vor allem als es hieß „ran an die Puppen“. Hier zeigte sich der Vorteil, den Kurs in der Turnhalle abzuhalten. Es gab ausreichend Platz zum aktiven „Arbeiten“. Während die eine Hälfte der Gruppe die Herz-Lungen-Wiederbelebung an acht Übungspuppen ausgiebig trainieren konnte, wurde den anderen die bei Bewußtlosigkeit dringend gebotene Helmabnahme näher gebracht. Erstaunt registrierten den Helmabnehmer, wie schwer ein menschlicher Kopf ist. Intensiv konnte auch das Hantieren mit der Rettungsdecke erlernt werden, wobei die Teilnehmer vor Augen geführt bekamen, dass es wichtig und leicht zu bewerkstelligen ist, die Decke als Rundumschutz anzulegen. Auch die stabile Seitenlage war Teil des knackigen Programms der beiden Ausbilder. Dabei erfuhren die Zuhörer, dass eine Zunge nicht verschluckt werden kann, wie man vielfach bei Sportberichterstattungen hört. Die Zunge verlegt im Zustand der Bewusstlosigkeit die Luftröhre, ähnlich wie beim Schnarchen. „Übrigens fördert Rotwein das Schnarchen“, merkte Schmauser verschmitzt an. Schmauser und Hecht nahmen den Montagsturnern die Hemmungen, Hilfe zu leisten. Schmauser schilderte bestimmte Situationen, in denen es für einen Erkrankten oder Verletzten letztlich keine Alternative mehr gebe, der Ersthelfer also auch nichts falsch machen könne, außer nichts zu unternehmen. Immer wieder erinnerte Schmauser an die Notrufnummer 112 und die Hilfestellung, die der Disponent am Notruf geben wird, so dass man sich nicht alleingelassen fühlen muss. Mehrfach floss auch das HELD-Schema in die Übungssituationen mit ein.
Die Teilnehmer konnten am Ende hinter jeden Erwartungspunkt aus der Einführungsrunde einen dicken Haken setzen. Der Kurs vermittelt sowohl Teilnehmern als auch Personen aus dem familiären und sozialen Umfeld eine gewisse Sicherheit. „Ich bin in der Lage Hilfe zu leisten und die/der Andere weiß, dass ich ihr/ihm helfen kann und werde, so dass eine gute Chance besteht, heil aus der Misere heraus zu kommen.

Der TSV wird auch künftig diesen Kurs und gegebenenfalls weitere Fortbildungen in Erster Hilfe auf seiner Agenda haben. „Zu unserem Präventionssport gehört auch dieser Part!“, so Übungsleiter Helmut Schlecht, der für Infos unter 09964-1473 zur Verfügung steht, auch schon im Hinblick auf die nächste Gesundheitssportrunde im kommenden Herbst.

Autor: Helmut Schlecht

Interview von Uschi Ach mit Übungsleiter Helmut Schlecht

Wie viele Mitglieder hat der TSV Stallwang?

„Derzeit verfügt der TSV über einen Mitgliederstand von rund 300“.

Welche Abteilungen hat der TSV?

„Der TSV wurde 1948 gegründet und hatte zunächst, wie allgemein üblich, eine Fußballabteilung.
Nach und nach kamen die Eisstockabteilung und die Skiabteilung hinzu.
Unser Präventionssport ist noch nicht mit einer eigenen Abteilung vertreten, im Gesamtverein aber bestens aufgehoben. Ich genieße volle Rückendeckung von der Vereinsführung, aber auch -und das freut mich sehr- von der Gemeinde, insbesondere Bürgermeister Max Dietl.
Seit 2012 bietet der TSV präventiven Gesundheitssport -von Mitte Oktober bis Mitte März in der schönen Turnhalle, im Frühjahr und Sommer Nordic Walking- für alle an, die sich eher nicht in einer Mannschaft aufgehoben sehen, aber doch in einer Gruppe Gleichgesinnter dem eigenen Körper etwas Gutes tun möchten. Der TSV hat mit diesem Angebot eine Lücke erkannt und versucht weiterhin, so vielen Interessenten wie möglich die Gelegenheit zu geben, sich ohne Leistungssportgedanken sportlich zu betätigen. Das Angebot kommt bestens an und erfreut sich großen Zulaufs. Ich bin Inhaber der Übungsleiterlizenz „Prävention“. Als sozusagen Gründervater des Präventionssports im TSV Stallwang, darf ich bei den Übungsabenden oft über zwanzig Montagsturnern Rückenübungen, Lifekinetikeinheiten und Entspannungsmomente vermitteln und ihnen gelegentlich auch einen Muskelkater bescheren. Es wird viel gelacht, ein Aspekt, der für den Sport in der Gruppe spricht.

Warum hat der TSV einen Erste-Hilfe-Kurs angeboten?

„Das war nicht anlassbezogen, die Idee erfuhr später aber eine gewisse Aktualität.
Gelegentlich wurden bei den Übungsabenden auch schon mal Kenntnisse in Erster Hilfe ausgepackt, so zum Beispiel die stabile Seitenlage. Im vergangenen Oktober wurde die Idee geboren, eine Auffrischung in Erster Hilfe einzubauen. Pikanterweise erlangte dieser Gedanke gut eine Woche später eine allseits belastende Aktualität. In der Skigymnastikgruppe, die dienstags aktiv ist , erlitt ein Teilnehmer, der auch Montagssportler ist, (der Montagssport war ausgefallen) einen Herzinfarkt. Er hatte unwahrscheinliches Glück! Zwei Ärzte waren in der Gruppe, die sofort und nachhaltig Hilfe leisteten, so dass der Teilnehmer inzwischen wieder voll auf dem Damm ist.
„Nicht auszudenken, wenn das bei uns Montagsturnern eingetreten wäre. Keine Ahnung, ob wir in der Lage gewesen wären zu helfen“, erkannten die Präventionssportler. Damit war klar, dass wir Nägel mit Köpfen machen und wie angedacht einen Kurs abhalten würden, der unter anderem auch die Herz-Lungen-Wiederbelebung enthalten sollte. Beim BRK-Kreisverband wird der Kurs „Fit in Erster Hilfe“ angeboten. Und eben diesen belegte der TSV im Rahmen seines Präventionssports“.

War er nur für Mitglieder oder für die gesamte Bevölkerung?

„Das Angebot war, wie auch der Präventionssport, allgemein offen, also nicht für Vereinsmitglieder reserviert. Der TSV ist nicht vordergründig erpicht darauf, durch den Präventionssport Mitglieder zu gewinnen ( natürlich wär`s schön, wenn ein paar zum Verein kämen :-) ). Dem Verein geht es darum, der breiten Öffentlichkeit, übrigens auch aus Loitzendorf, Rattiszell und Wetzelsberg, die Chance zu eröffnen, sich sportlich für die eigene Gesundheit zu betätigen. Wir sehen uns als Sportverein angesichts des gesellschaftlichen Wandels verpflichtet, mehr zu tun, als man von uns erwartet. Also warum nicht ein Auge auf Erste Hilfe legen“?

Anstatt eines Übungsabends trafen sich also die angemeldeten Teilnehmer in der Turnhalle und wurden von Martin Schmauser und Günter Hecht in einem knackigen Programm beschult. Vom richtigen Umgang mit der Rettungsdecke, über die Helmabnahme bis hin zur Herz-Lungen-Wiederbelebung war alles dabei. Besonders positiv war, dass die Ausbilder acht Übungspuppen mitführten, an denen ausgiebig gearbeitet werden konnte“.

Wie kam der Kurs bei den Teilnehmern an?

„Alle Teilnehmer waren voll des Lobes für die ausgezeichneten Erklärungen der Ausbilder, das absolut ansprechende Programm und die ausgiebigen Übungsmöglichkeiten.
Wir alle konnten am Ende hinter jeden Erwartungspunkt aus der Einführungsrunde einen dicken Haken setzen. Der Kurs vermittelt sowohl Teilnehmern als auch Personen aus dem familiären und sozialen Umfeld eine gewisse Sicherheit. „Ich bin in der Lage Hilfe zu leisten und die/der Andere weiß, dass ich ihr/ihm helfen kann und werde, so dass eine gute Chance besteht, heil aus der Misere heraus zu kommen. „Der Kurs hat sich voll rentiert!“, so resümierten durch die Bank alle“.
Und ich kann dem BRK-Kreisverband Straubing-Bogen und den Instruktoren Schmauser und Hecht nur ein dickes Lob aussprechen

Wird es einen weiteren Kurs geben?

„Beflügelt von der Qualität des angebotenen Kurses und der absolut positiven Resonanz der Teilnehmer werden ich und die Verantwortlichen des TSV auch künftig diesen Kurs und gegebenenfalls weitere Fortbildungen in Erster Hilfe auf unserer Agenda haben. Zu unserem Präventionssport gehört auch dieser Part. Wenn eine Sache so gut ankommt, macht mir mein Ehrenamt umso mehr Spaß!“